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Pellets selber machen: Holzpellets selbst herstellen mit Anleitung

Holzpellets selber herstellen klingt nach viel Technik, ist aber im Kern ein einfacher Ablauf: trockenes Holz fein zerkleinern und unter hohem Druck durch eine Matrize pressen. Der holzeigene Stoff Lignin hält die Presslinge zusammen, chemische Bindemittel braucht es nicht. Für Hausbesitzer mit Pelletheizung und eigenem Holz ist das ein umweltfreundlicher Brennstoff aus Holzresten. Ob sich das Selbermachen lohnt, entscheidet vor allem das Rohmaterial. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie die Herstellung von Holzpellets funktioniert, welche Geräte nötig sind und wann es sich rechnet.

Das Wichtigste in Kürze
  • Benötigt werden eine Pelletpresse, meist eine Hammermühle und trockenes Holz.
  • Das Rohmaterial braucht 10 bis 15 Prozent Restfeuchte.
  • Für eine Tonne Holzpellets sind gut eine Tonne trockene Späne nötig, lose etwa 6 bis 8 Kubikmeter.
  • Es lohnt sich vor allem, wenn Holzreste kostenlos anfallen.
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Was man zum Pellets selbst herstellen braucht

Pelletpresse

Für Holz mindestens 7,5 kW mit 200 mm Matrize. Kleinere Geräte eignen sich eher für Futter. Modelle und Preise stehen im Pelletpresse Vergleich.

Hammermühle

Zerkleinert Hackgut und grobe Späne so fein, dass die Presse sie einziehen kann. Bei feinem Sägemehl entfällt sie.

Häcksler

Nur nötig, wenn Äste und Holzreste verarbeitet werden. Details unter Pelletpresse mit Häcksler.

Feuchtemessgerät

Das wichtigste kleine Werkzeug. Die richtige Restfeuchte entscheidet über gute oder bröselige Pellets.

Rohmaterialien: Welches Holz eignet sich am besten für Pellets?

Die Herstellung von Holzpellets gelingt am einfachsten mit Hobelspänen oder Sägespänen aus Nadelholz. Schleifstaub ist dagegen zu fein und staubt stark, er eignet sich nur als kleiner Anteil. Fichte und Kiefer enthalten viel Lignin und verbinden sich gut. Harte Laubhölzer wie Buche gehen ebenfalls, brauchen aber mehr Druck und etwas mehr Feuchte. Rinde ist erlaubt, erhöht aber den Aschegehalt.

Rohmaterial Eignung Hinweis
Sägemehl und Hobelspäne sehr gut oft schon trocken und fein genug, Klassiker aus Sägewerken und Schreinereien
Holzspäne aus der Werkstatt gut nur unbehandeltes Holz, grobe Stücke vorher mahlen
Hackschnitzel und Hackgut gut trocknen lassen und in der Hammermühle zerkleinern
Äste und Holzreste gut häckseln, trocknen, mahlen; viel Rinde erhöht die Asche
Brennholzreste bedingt nur trockene Abschnitte, vorher häckseln
Spanplatten, lackiertes Holz ungeeignet Leime und Lacke sind chemisch behandelt und dürfen in privaten Öfen nicht verbrannt werden
Nur naturbelassenes Holz verbrennen

In privaten Feuerstätten ist nach der 1. BImSchV nur naturbelassenes Holz erlaubt. Pellets aus lackiertem, beschichtetem oder verleimtem Holz sind dort verboten, auch wenn sie sich pressen lassen. Verunreinigungen wie Nägel, Steine oder Erde gehören ohnehin nicht in die Maschine.

Anleitung: Holzpellets selbst herstellen in 7 Schritten

Überdachter Holzunterstand mit gestapeltem Restholz und Big Bags mit Hackschnitzeln
Restholz und Hackschnitzel trocknen überdacht und luftig, bis sie unter 15 Prozent Feuchte liegen.
  1. Rohmaterial sammelnHolzreste, Späne oder Hackgut sortenrein sammeln und von Fremdkörpern befreien.
  2. Grob zerkleinernÄste und größere Holzreste mit einer Holzhackmaschine oder einem Häcksler zu Hackgut verarbeiten.
  3. TrocknenHackgut luftig und überdacht lagern, bis die Restfeuchte bei 10 bis 15 Prozent liegt. Das dauert oft mehrere Monate.
  4. Fein mahlenDie Zerkleinerung übernimmt die Hammermühle: Schlagwerkzeuge schleudern das Material gegen Trommelwand und Sieb, bis es durch die Öffnungen passt. Das Mahlgut sollte so fein sein, dass die Teilchen kleiner als die Löcher der Matrize sind, bei 6-mm-Pellets also unter 6 mm.
  5. Presse warmfahrenEine kleine Menge Material mit etwas Pflanzenöl durchlaufen lassen, bis die Presslinge glatt und fest austreten.
  6. PressenDen Trichter gleichmäßig füllen. Das Material wird hohem Druck ausgesetzt, erwärmt sich, und das Lignin verbindet die Späne zu festen Stäbchen.
  7. Kühlen, sieben, lagernDie warmen Pellets flach ausbreiten, abkühlen lassen, den Staub absieben und trocken lagern, zum Beispiel in einem Pellettank.
Holzfeuchtemessgerät steckt in einem Haufen Sägemehl auf einer Werkbank
Vor dem Pressen die Feuchte messen: 10 bis 15 Prozent sind ideal.
Hochwertige Pellets oder minderwertige Ware?

Pellets guter Qualität sind glatt, hart und staubarm. Minderwertige Presslinge bröseln, enthalten viel Rinde und haben einen geringeren Heizwert. Das senkt die Heizleistung und kann die Heizanlage verschmutzen. Wie man die Qualität prüft, steht auf der Startseite unter Pelletqualität.

Feuchte ist der Schlüssel

Zerfallen die Pellets, ist das Material fast immer zu trocken. Dann etwas Wasser einsprühen und gut mischen. Kleben sie oder dampft es stark, ist es zu feucht. Ein Feuchtemessgerät spart viel Ausschuss.

Holzeigene Bindung durch Lignin: Braucht man Zusätze?

Bei Holz meist nicht. Das Lignin ist ein natürliches Bindemittel, das bei der Wärme im Pressvorgang weich wird und beim Abkühlen aushärtet. Bei schwierigem Material hilft ein kleiner Anteil Getreidestärke oder Maismehl. Die Norm für Holzpellets lässt solche natürlichen Zusätze bis zu 2 Prozent zu. Chemische Kleber haben in Heizpellets nichts zu suchen.

Sägespäne und Material: Wie viel Holz braucht man für 1 Tonne Pellets?

Für eine Tonne Holzpellets sind etwas mehr als eine Tonne trockene Späne nötig, weil beim Pressen Feuchtigkeit verdampft und Staub abgesiebt wird. Lose Sägespäne sind sehr leicht: Um eine Tonne Holzpellets herzustellen, braucht man je nach Holzart und Körnung grob 6 bis acht Kubikmeter Sägespäne. Eine 7,5-kW-Presse schafft bei Holz je nach Modell etwa 100 bis 250 kg je Stunde, für eine Tonne sind also mehrere Stunden Arbeitsaufwand einzuplanen.

Wie viel Rohmaterial Sie bei Ihrer Anfangsfeuchte genau brauchen und wie viel Wasser vorher verdunsten muss, rechnet der Trocknungs-Rechner aus.

Trocknungs-Rechner
Wie viel Rohmaterial brauchen Sie, und wie viel Wasser muss heraus?
Anfangsfeuchte:

Wassergehalt bezogen auf das feuchte Material. Zum Pressen eignen sich 10 bis 15 Prozent. Die Verlustquote ist ein Schätzwert, den Sie an Ihre Erfahrung anpassen können.

Kosten und Kalkulation: Lohnt sich das Selbermachen?

Fertige Pellets kosten im Moment 454,22 € je Tonne. Beim Selbermachen fallen Strom, Verschleiß und Arbeitszeit an. Eine 7,5-kW-Presse braucht für eine Tonne bei 100 kg je Stunde rund 75 kWh, dazu kommt ungefähr noch einmal so viel für die Mühle. Matrize und Koller verschleißen und müssen irgendwann ersetzt werden. Dieser Energieaufwand und die Arbeit rechnen sich erst ab größeren Chargen, für die Herstellung von Kleinstmengen ist Sackware aus dem Handel meist günstiger.

Lohnt sich, wenn
  • Holzreste oder Späne kostenlos anfallen, etwa in Sägewerken, Schreinereien oder auf dem Hof
  • größere Mengen jedes Jahr gebraucht werden
  • Platz zum Trocknen und Lagern vorhanden ist
  • die Pellets auch als Futter oder Einstreu dienen
Lohnt sich kaum, wenn
  • Späne zugekauft werden müssen
  • nur Kleinstmengen gebraucht werden
  • der Pelletkessel zertifizierte Pellets verlangt
  • die eigene Arbeitszeit mitgerechnet wird

Mit dem Amortisationsrechner lässt sich die Kalkulation mit eigenen Zahlen durchspielen. Die Marktpreise im Verlauf stehen unter Pelletpreise.

Nicht nur Heizen mit Holzpellets: weitere Pellets selber machen

Futterpellets

Aus Heu, Getreide oder Mischfutter. Futter lässt sich leichter pressen als Holz. Mehr unter Pelletpresse für Heu.

Einstreupellets

Aus Stroh oder Spänen, sehr saugfähig für Pferde und Kleintiere. Siehe Pelletpresse für Stroh.

Düngepellets

Aus getrocknetem Mist oder Kompost. Sie lassen sich gut dosieren und riechen weniger als loser Dünger.

Andere Biomasse

Etwa Miscanthus oder Papier, mit eigenen Anforderungen.

Pellets richtig lagern

Selbst gemachte Pellets vertragen keine Feuchtigkeit. Sie quellen auf und zerfallen zu Sägemehl. Am besten lagern sie trocken, luftig und vor Nagern geschützt, in Säcken, Big Bags oder einem Gewebetank. Tipps dazu stehen unter Pelletlagerung.

Häufige Fragen zum Pellets selber machen

Lohnt es sich, Pellets selbst herzustellen?

Ja, wenn das Rohmaterial kostenlos anfällt und regelmäßig größere Mengen gebraucht werden. Wer Späne kaufen muss, spart gegenüber fertigen Pellets meist kaum etwas.

Kann man Holzpellets ohne Pelletpresse herstellen?

Nicht in brauchbarer Qualität. Für feste Holzpellets sind hohe Drücke und Temperaturen nötig, die nur eine Pelletpresse erreicht. Handpressen eignen sich allenfalls für Futter in Kleinstmengen.

Kann man aus Hackschnitzeln Pellets machen?

Ja. Die Hackschnitzel müssen trocken sein und in einer Hammermühle fein zerkleinert werden, bevor sie in die Presse kommen.

Welches Holz ist am besten für Pellets?

Nadelholz wie Fichte und Kiefer lässt sich am leichtesten pressen. Laubholz geht auch, braucht aber mehr Druck. Wichtig ist, dass das Holz naturbelassen ist.

Wie lange halten selbst gemachte Pellets?

Trocken gelagert viele Jahre. Feuchtigkeit ist der größte Feind, schon wenig Wasser lässt Pellets zerfallen.

Kann ich selbst gemachte Pellets in meiner Pelletheizung verwenden?

Das hängt vom Kessel ab, und davon, wie effizient die Pellets verbrennen. Viele Hersteller schreiben zertifizierte Pellets vor. Vor dem Einsatz die Anleitung der Pelletheizung prüfen und selbst gemachte Pellets zuerst in kleinen Mengen testen.

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