Pelletpresse für Heu: Heupellets und Heucobs selbst herstellen
Mit einer Pelletpresse lässt sich Heu zu Pellets oder zu heucobsähnlichem Futter verarbeiten. Das lohnt sich vor allem dann, wenn Heu vom eigenen Grünland übrig bleibt: Gepresst braucht es einen Bruchteil des Lagerplatzes, staubt weniger und lässt sich genau portionieren. Auf dieser Seite steht, welche Maschinen dafür taugen und wie der Ablauf in der Praxis aussieht.
- Heu wird vor dem Pressen gehäckselt und in einer Hammermühle gemahlen.
- Das Mahlgut braucht etwa 12 bis 15 Prozent Restfeuchte.
- Für Heucobs eignet sich eine Flachmatrizenpresse mit 8- oder 10-mm-Matrize.
- Als Brennstoff ist Heu nur in dafür zugelassenen Anlagen erlaubt.
Heupellets oder Heucobs: Was ist der Unterschied?
Beide bestehen aus reinem, getrocknetem Gras beziehungsweise Heu. Der Unterschied liegt in der Form:
Klein und gleichmäßig, meist 3 bis 8 mm dick. Kleine Pellets werden gern an Kaninchen und Meerschweinchen verfüttert, größere an Pferde und Schafe.
Deutlich gröber gepresste Stücke mit längeren Fasern. Im Handel auf großen Ringmatrizen-Anlagen hergestellt, vor allem als Raufutterersatz für Pferde, zum Beispiel für ältere Tiere mit Zahnproblemen.
Eine echte Heucobs-Maschine gibt es für den Hof kaum zu kaufen. Mit einer kleinen Flachmatrizen-Pelletpresse und einer 8- oder 10-mm-Matrize lässt sich aber ein sehr ähnliches Futter herstellen. Das Material wird dafür etwas gröber gemahlen als für Heupellets.
Welche Pelletpresse eignet sich für Heu?
Heu lässt sich leichter pressen als Holz. Die Hersteller geben für Futter deshalb spürbar höhere Durchsätze an als für Holzspäne. Für den Eigenbedarf reichen meist kleine Maschinen mit Flachmatrize. Wer mehrere Pferde versorgt oder überschüssiges Heu vom ganzen Betrieb verarbeiten will, sollte zu einer 7,5-kW-Presse greifen. Die Stundenleistung, also die Menge Pellets pro Stunde, steigt mit Motorleistung und Matrizendurchmesser.
Auf landwirtschaftlichen Betrieben mit Traktor ist eine Pelletmaschine mit Zapfwellenantrieb eine Alternative zum Elektromotor. Sie braucht keinen Starkstromanschluss und kann direkt an der Scheune arbeiten. Die passenden Pelletpressen stehen unter Pelletpresse für Zapfwelle.
| Hersteller | Qteck |
|---|---|
| Antrieb | Elektromotor |
| Motorleistung | 3 kW |
| Durchsatz | ca. 40 bis 60 kg/h |
| Matrize | 120 mm |
| Pelletdurchmesser | 6 mm |
| Geeignetes Material | laut Hersteller besonders für Futtermittel geeignet |
| Stromanschluss | 400 V |
| Gewicht | 110 kg |
| Hersteller | Qteck |
|---|---|
| Antrieb | Elektromotor |
| Motorleistung | 7,5 kW |
| Durchsatz | bis zu 300 kg/h |
| Matrize | 200 mm |
| Pelletdurchmesser | 6 mm |
| Stromanschluss | 380 V |
| Gewicht | 185 kg |
Beide Pelletpressen arbeiten ab Werk mit einem Durchmesser von 6 mm. Das ist optimal für Pferde und Schafe. Für Heucobs gibt es passende Wechselmatrizen, etwa die Cissonius-Matrize mit 10-mm-Lochung für die PP120-Baugröße oder die 8-mm-Matrize für 200-mm-Maschinen. Vor dem Kauf prüfen, ob Durchmesser und Aufnahme zur eigenen Presse passen.
Heucobs und Heupellets selbst herstellen: Schritt für Schritt

- Ausgangsmaterial prüfenNur sauberes, schimmelfreies Heu verwenden. Erde, Steine und Metallteile gehören nicht in die Maschine, sie beschädigen Koller und Matrize. Für Futter gilt das doppelt: Verdorbenes Heu wird durch das Pressen nicht besser.
- ZerkleinernLanges Heu verstopft den Einzug. Es wird zuerst gehäckselt und anschließend in einer Hammermühle gemahlen. Für Pellets feiner, für Heucobs etwas gröber. Wie das Zusammenspiel der Maschinen aussieht, steht im Ratgeber zur Pelletpresse mit Häcksler.
- Feuchte einstellenDas Mahlgut sollte etwa 12 bis 15 Prozent Restfeuchte haben. Ist es zu trocken, zerfallen die Pellets. Ist es zu nass, verkleben sie und schimmeln später im Lager. Ein einfaches Feuchtemessgerät spart hier viel Ausschuss.
- Presse warmfahrenEine kalte Matrize presst schlecht. Zu Beginn eine kleine Menge Material durchlaufen lassen, bis die Pellets fest und glatt aus der Matrize kommen. Das erste Material geht zurück in den Trichter.
- PressenGleichmäßig nachfüllen, den Trichter nicht überladen. Unter großem Druck entsteht Wärme, die das Material bindet. Zusätze sind bei Heu in der Regel nicht nötig.
- Abkühlen lassenFrisch gepresste Pellets sind warm und weich. Erst flach ausbreiten und auskühlen lassen, dann absieben und abfüllen.
- LagernTrocken, luftig und vor Nagern geschützt. Tipps zur Feuchtigkeit im Lager stehen im Beitrag zur Pelletlagerung.
Heu, Getreide und andere Rohstoffe mischen
Heu muss nicht allein in die Presse. Für Futterpellets wird es oft mit Getreide wie Hafer oder Gerste gemischt. Das Getreide wird dafür ebenfalls geschrotet und gleichmäßig untergemischt. Auch Zusatzstoffe wie Mineral- oder Vitaminmischungen lassen sich vor der Pelletierung einarbeiten. Sie verteilen sich dann gleichmäßig im Pellet und werden nicht aussortiert.
Klebstoff oder chemische Bindemittel gehören nicht in Futter. Die Stärke im Getreide wirkt bei der Pelletierung von selbst als natürlicher Binder, die Pellets werden dadurch fester und die Haltbarkeit steigt. Entscheidend bleibt der Feuchtigkeitsgehalt des gesamten Gemischs.
Heupellets als Futter
Für Kaninchen und Meerschweinchen sind selbst gepresste Heupellets eine gute Ergänzung, ersetzen aber kein frisches Heu zum Knabbern. Die Tiere brauchen die langen Fasern für den Zahnabrieb. Mehr dazu steht im Ratgeber Heupellets für Kaninchen selbst machen.
Pferden werden Heucobs in der Regel eingeweicht gefüttert. Das senkt das Risiko einer Schlundverstopfung, besonders bei Tieren, die schnell fressen.
Wer gepresstes Futter verkauft, gilt rechtlich als Futtermittelunternehmer und muss sich bei der zuständigen Behörde registrieren. Für die eigenen Tiere ist das nicht nötig.
Heupellets als Brennstoff: Was erlaubt ist
Heu brennt, ist aber kein gleichwertiger Ersatz für Holzpellets. Der Heizwert liegt unter dem von Holz, und die Verbrennung ist schwieriger zu beherrschen. Heu und Stroh enthalten deutlich mehr Asche als Holz, und die Asche schmilzt schon bei niedrigeren Temperaturen. Im Brennraum bildet sich dann Schlacke, die einen normalen Pelletofen schnell zusetzt.
Heu und Stroh zählen nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen zu einer eigenen Brennstoffgruppe. Sie dürfen nur in Anlagen verbrannt werden, die dafür ausdrücklich zugelassen sind. Ein gewöhnlicher Kaminofen oder Pelletkessel für Holzpellets gehört nicht dazu.
Wer Heizpellets pressen will, arbeitet besser mit Holz, siehe Pelletpresse für Holzpellets.
Lohnt sich eine eigene Pelletpresse für Heu?
Die Rechnung hängt fast nur an der Menge. Wer regelmäßig Heu übrig hat und Futterpellets sonst zukauft, spart schnell. Wer nur ein paar Ballen im Jahr verarbeitet, zahlt für Presse, Mühle und Verschleißteile mehr, als der Zukauf kostet. Mit dem Amortisationsrechner lässt sich das mit eigenen Zahlen durchspielen.
- überständiges oder überschüssiges Heu wird sinnvoll verwertet
- deutlich weniger Lagerplatz als lose oder gepresste Ballen
- staubarmes, gut dosierbares Futter
- Matrize bestimmt die Größe, von Kleintierpellets bis zu heucobsähnlichem Futter
- kostengünstige und umweltfreundliche Verwertung eigener Rohstoffe ohne lange Transportwege
- ohne Hammermühle geht es nicht, das ist eine zweite Anschaffung
- Matrize und Koller verschleißen und müssen ersetzt werden
- als Brennstoff nur in dafür zugelassenen Anlagen
Heu hat oft 15 bis 20 Prozent Wassergehalt. Wie viel Wasser vor dem Pressen heraus muss und wie viel Heu Sie für Ihre Menge brauchen, zeigt der Trocknungs-Rechner.
Häufige Fragen zur Pelletpresse für Heu
Kann jede Pelletpresse Heu verarbeiten?
Die meisten kleinen Flachmatrizenpressen können Heu verarbeiten, wenn es fein genug gemahlen und richtig feucht ist. Langes, ungemahlenes Heu zieht keine dieser Maschinen zuverlässig ein.
Wie kann ich Heucobs selbst herstellen?
Heu häckseln, gröber mahlen als für Pellets, auf etwa 12 bis 15 Prozent Feuchte bringen und mit einer 8- oder 10-mm-Matrize pressen. Das Ergebnis ist etwas kompakter als gekaufte Heucobs, wird aber genauso eingeweicht verfüttert.
Kann ich mit einer Pelletpresse für Heu auch Stroh oder Laub verarbeiten?
Ja, die meisten Pelletmaschinen sind nicht auf ein Material festgelegt. Stroh ist allerdings schwerer zu pressen und braucht mehr Leistung, siehe Pelletpresse für Stroh. Laub eignet sich nur gut getrocknet und gemischt mit anderen Rohstoffen.
Wie effizient arbeiten kleine Pelletpressen?
Kleine Pelletpressen schaffen bei Futter laut Hersteller rund 40 bis 60 Kilogramm Pellets je Stunde, 7,5-kW-Modelle ein Vielfaches. Die Hammermühle sollte mindestens so viel Mahlgut liefern, sonst läuft die Presse leer.
Brauche ich Bindemittel?
Bei Heu meist nicht. Druck und Wärme in der Matrize reichen aus. Zerfallen die Pellets, ist das Material fast immer zu trocken oder zu grob.
Wie hoch ist der Stromverbrauch?
Er ergibt sich aus der Motorleistung und der Laufzeit. Eine 3-kW-Presse braucht in einer Stunde Volllast rund 3 kWh, eine 7,5-kW-Presse rund 7,5 kWh. Dazu kommt der Strom für die Hammermühle.
Welche Größe sollten Heupellets für Kaninchen haben?
Für Kleintiere werden meist Pellets von 3 bis 4 mm verwendet. Dafür braucht die Presse eine passende Matrize mit kleiner Lochung.
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