Amortisationsrechner Pelletpresse: Wann rechnet sich die eigene Presse?
Eine Pelletpresse kostet Geld, bevor sie welches spart: für die Presse selbst, für eine Mühle und für Zubehör. Ob und wann sich das zurückverdient, hängt von drei Zahlen ab: wie viele Tonnen Sie im Jahr pressen, was Sie eine eigene Tonne kostet und was Sie für gekaufte Pellets zahlen würden. Der Rechner verbindet diese drei Werte und zeigt, nach wie vielen Jahren die Anschaffung wieder drin ist.
- Entscheidend ist die Ersparnis je Tonne: Kaufpreis minus eigene Kosten, mal Menge pro Jahr.
- Mit eigenem, kostenlosem Rohmaterial sind die eigenen Kosten niedrig, dann rechnet sich eine Presse oft schnell.
- Wer Späne zukaufen und die Arbeitszeit bewerten muss, spart wenig oder nichts.
- Zur Presse gehört fast immer eine Hammermühle oder ein Häcksler. Die gehört mit in die Rechnung.
- Der Kaufpreis für Pellets ist mit dem aktuellen Monatswert des Deutschen Pelletinstituts vorbelegt.
Kaufpreis voreingestellt aus der aktuellen DEPI-Monatsstatistik. Die eigenen Kosten je Tonne ermitteln Sie mit dem Produktionskosten-Rechner. Nicht enthalten sind Zinsen, Reparaturen am Motor und der Wiederverkaufswert der Maschine.
So rechnet der Amortisationsrechner
Jedes Jahr sparen Sie die Differenz zwischen dem Kaufpreis für Pellets und Ihren eigenen Kosten, multipliziert mit der Menge, die Sie selbst pressen. Diese Ersparnis summiert sich Jahr für Jahr, bis sie die Anschaffungskosten erreicht hat. Genau dieser Zeitpunkt ist die Amortisation.
- AnschaffungPresse, Mühle oder Häcksler und Zubehör wie Sieb, Feuchtemessgerät oder Ersatzmatrize zusammenzählen.
- Eigene Kosten je TonneStrom, Verschleiß von Matrize und Koller, Rohmaterial und, wenn gewünscht, die Arbeitszeit. Diese Zahl liefert der Produktionskosten-Rechner und gibt sie per Link direkt weiter.
- Ersparnis pro JahrKaufpreis minus eigene Kosten, mal Tonnen pro Jahr.
- AmortisationAnschaffung geteilt durch die jährliche Ersparnis. Mit einer angenommenen Preisentwicklung rechnet der Rechner jedes Jahr einzeln.
Pelletpreise schwanken deutlich, zuletzt ging es stark nach oben. Wie sich der Preis entwickelt hat, zeigt die Seite Pelletpreise aktuell. Für eine vorsichtige Rechnung lassen Sie die Preisentwicklung bei null. Rechnet es sich auch dann, ist die Entscheidung robust.
Was in die Anschaffung gehört
Die Presse allein reicht selten. Holz, Stroh und Heu müssen vor dem Pressen fein zerkleinert werden, trocken gelagert und nach dem Pressen abgesiebt. Diese Posten fehlen in vielen Rechnungen:
Für Holz mindestens 7,5 kW Motorleistung. Kleinere Pressen mit 3 kW eignen sich vor allem für Futter. Welche Klasse passt, zeigt der Pressen-Finder.
Das Material muss sehr fein sein. Eine Hammermühle ist bei Holz fast immer nötig, mehr dazu unter Pelletpresse mit Häcksler.
Rohmaterial braucht 10 bis 15 Prozent Restfeuchte. Ein überdachter, luftiger Lagerplatz spart einen Trockner.
Matrize und Koller verschleißen. Die Kosten dafür stecken im Verschleiß je Tonne, ein Satz auf Vorrat verhindert lange Ausfälle.
Eine günstige Alternative zur neuen Maschine ist eine gebrauchte Pelletpresse, sofern Matrize und Koller noch gut sind und es Ersatzteile gibt.
Die laufenden Kosten je Tonne
Auf dieser Website rechnen wir mit Durchschnittswerten, die sich aus Motorleistung und Durchsatz typischer Flachmatrizenpressen ergeben:
| Posten | Richtwert je Tonne | Hinweis |
|---|---|---|
| Strom für die Presse | 50 bis 75 kWh | 7,5 kW bei 100 bis 150 kg pro Stunde |
| Matrize und Koller | 13 bis 19 € | bei Holz eher am oberen Ende |
| Arbeitszeit | 17 bis 25 Stunden | Zerkleinern, Trocknen, Pressen, Absieben |
| Rohmaterial | 0 € bis Zukaufpreis | eigene Späne kostenlos, zugekaufte Späne je nach Region |
Mit eigenem Material und ohne bewertete Arbeitszeit bleiben vor allem Strom und Verschleiß. Wer seine Stunde mit einem Lohn ansetzt, kommt schnell auf einen Betrag, der über dem Kaufpreis liegt. Beide Fälle rechnet der Produktionskosten-Rechner durch.
Für wen sich die eigene Presse lohnt
- Schreinereien, Sägewerke, Zimmereien mit eigenem Spananfall
- Höfe mit Stroh, Heu oder Restholz
- Pelletbedarf von mehreren Tonnen im Jahr
- Wer die Arbeit als Eigenleistung sieht
- Wer das Rohmaterial zukaufen muss
- Sehr kleine Mengen unter einer Tonne im Jahr
- Wer die Arbeitszeit mit einem Lohn bewertet
- Kein Platz zum Trocknen und Lagern
Viele Hersteller von Pelletkesseln geben ihre Anlagen nur für zertifizierte Pellets nach ENplus A1 frei. Selbst gepresste Pellets erreichen diese Qualität nicht automatisch. Prüfen Sie vor der Anschaffung, was die Anleitung Ihres Kessels verlangt, und ob Ihr Ofen die eigenen Pellets verbrennen darf.
Weitere Rechner
Die Rechner auf dieser Website greifen ineinander: Der Pelletbedarf-Rechner liefert die Menge pro Jahr, der Produktionskosten-Rechner die eigenen Kosten je Tonne, der Trocknungs-Rechner die nötige Menge Rohmaterial. Alle zusammen finden Sie in der Übersicht der Pellet-Rechner.
Häufige Fragen
Wann rechnet sich eine Pelletpresse?
Wenn die Ersparnis je Tonne mal der Menge pro Jahr die Anschaffung in überschaubarer Zeit zurückbringt. Mit eigenem, kostenlosem Rohmaterial ist das oft nach wenigen Jahren der Fall, bei zugekauftem Material und bewerteter Arbeitszeit häufig gar nicht.
Wie viel spart man mit selbst gemachten Pellets?
Die Differenz zwischen dem Kaufpreis und den eigenen Kosten je Tonne. Die eigenen Kosten bestehen vor allem aus Strom, Verschleiß, Rohmaterial und Arbeitszeit. Mit dem Produktionskosten-Rechner ermitteln Sie Ihren Wert.
Muss ich eine Mühle mitkaufen?
Für Holz fast immer. Die Presse braucht sehr fein zerkleinertes Material, grobe Späne oder Hackschnitzel zieht sie nicht zuverlässig ein. Bei fertigem Futtermehl kann die Mühle entfallen.
Kann ich selbst gepresste Pellets in jedem Pelletofen verbrennen?
Nicht unbedingt. Viele Kesselhersteller verlangen zertifizierte Pellets nach ENplus A1. Maßgeblich ist die Anleitung Ihres Ofens oder Kessels.
