Pelletpresse für Stroh: Maschine und Herstellung von Strohpellets
Stroh fällt auf vielen Betrieben in großen Mengen an, ob Weizenstroh, Gerstenstroh, Rapsstroh oder Maisstroh. Als lose Ballen braucht es viel Platz, gepresst zu Pellets wird daraus ein kompaktes, gut dosierbares Material. Eine Pelletmaschine für Stroh allein reicht dafür aber nicht: Stroh ist sperrig, faserig und muss vor dem Pressen aufwendig zerkleinert werden. Hier steht, welche Maschinen zusammenspielen und wo die Grenzen liegen.
- Strohpellets werden vor allem als saugfähige Einstreu genutzt.
- Nötig sind drei Schritte: Ballen auflösen, mahlen, pressen.
- Für Stroh sollte die Presse mindestens 7,5 kW haben.
- Größere Mengen übernimmt oft ein Lohnunternehmer mit mobiler Pelletieranlage.
Wofür werden Strohpellets genutzt?
Strohpellets nehmen ein Vielfaches ihres Gewichts an Flüssigkeit auf und zerfallen dabei zu einer weichen Matte. Im Pferdestall und bei Kleintieren ist das der häufigste Einsatz.
Als Raufutteranteil in Futtermittel-Mischungen, etwa für Wiederkäuer. Oft wird Stroh und Heu dafür gemeinsam pelletiert. Stroh hat allerdings wenig Nährwert und ersetzt kein Heu.
Möglich, aber nur in dafür zugelassenen Anlagen. Mehr dazu weiter unten.

Pellet-Maschine für Stroh: Diese Geräte braucht man
Aus einem Strohballen wird nicht in einem Schritt ein Pellet. Die Verarbeitung läuft über drei Maschinen:
- Ballen auflösen und häckselnDer Ballen wird aufgelöst und das Stroh grob gehäckselt. Ohne diese Zerkleinerung geht es nicht. Kleinere Mengen schafft ein kräftiger Häcksler, größere ein Ballenauflöser oder Strohhäcksler.
- MahlenEine Hammermühle zerkleinert das Häckselgut so fein, dass die Presse es gleichmäßig einziehen kann. Ohne diesen Schritt verstopft der Einzug.
- PressenErst das Mahlgut kommt in die Pelletpresse.
Wie Häcksler, Mühle und Presse zusammenpassen, steht ausführlich auf der Seite Pelletpresse mit Häcksler.
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Stationär oder mobil?
Nicht jeder Landwirt muss selbst eine Pelletieranlage kaufen.
In vielen Regionen bieten Lohnunternehmer eine mobile Pelletieranlage an. Die Maschine zur Herstellung der Strohpellets kommt auf den Hof, verarbeitet die Ballen direkt vor Ort und zieht weiter. Solche Anlagen sind komplette Linien mit Zerkleinerung, Konditionierung, Presse und Kühlung und schaffen eine Kapazität, die eine kleine Hofmaschine nie erreicht.
Die eigene, stationäre Maschine lohnt sich eher für kleinere, regelmäßige Mengen. Wer das ganze Jahr über Einstreu für den eigenen Stall braucht, ist damit unabhängiger.
Welche Pelletpresse eignet sich für Stroh?
Eine Pelletpresse, im Handel auch Pelletierer oder Granulator genannt, drückt das Mahlgut durch die Löcher einer Matrize. Stroh ist schwerer zu pressen als Heu. Es enthält weniger natürliche Bindestoffe, die Pellets werden leicht brüchig, und die Maschine arbeitet unter höherer Last. Kleine 3-kW-Pressen kommen damit an ihre Grenze. Für Stroh sollte es mindestens eine Presse mit 7,5 kW sein.
| Hersteller | Qteck |
|---|---|
| Antrieb | Elektromotor mit Untersetzungsgetriebe, Stern-Dreieck-Anlauf |
| Motorleistung | 7,5 kW |
| Durchsatz | ca. 120 bis 250 kg/h |
| Matrize | 230 mm |
| Pelletdurchmesser | 6 mm |
| Stromanschluss | 400 V |
| Gewicht | 198 kg |
| Hersteller | Qteck |
|---|---|
| Antrieb | Elektromotor mit Untersetzungsgetriebe |
| Motorleistung | 15 kW |
| Durchsatz | ca. 450 bis 700 kg/h |
| Matrize | 295 mm |
| Pelletdurchmesser | 6 mm |
| Geeignetes Material | laut Hersteller für die kleinbetriebliche Pelletproduktion |
| Stromanschluss | 400 V |
| Gewicht | 390 kg |
Für die meisten Modelle nennen die Hersteller nur Werte für Holz und Futter. Für Stroh sollte man eher mit dem niedrigeren Holzwert planen als mit dem Futterwert.
Wer einen Traktor hat, kann auch eine Presse mit Zapfwellenantrieb nutzen. Das spart den Starkstromanschluss in der Scheune. Die Modelle dazu stehen auf der Seite Pelletpresse für Zapfwelle.
Strohpellets selbst herstellen: Worauf es ankommt

| Punkt | Worauf achten |
|---|---|
| Feuchte | Das Mahlgut sollte bei etwa 12 bis 15 Prozent liegen. Sehr trockenes Stroh vom Vorjahr wird oft leicht angefeuchtet, damit die Pellets halten. |
| Mahlgrad | Je feiner und gleichmäßiger, desto fester das Pellet. Lange Halme im Mahlgut sind die häufigste Ursache für bröselige Pellets. |
| Bindemittel | Hält das Pellet trotz richtiger Feuchte nicht, hilft ein kleiner Anteil Stärke oder Getreidemehl. Für Einstreu und Futter nur unbedenkliche, natürliche Zusätze verwenden. |
| Mischen | Stroh lässt sich gut mit Heu oder Sägespänen mischen. Holzanteile machen das Pellet fester und senken beim Verbrennen den Ascheanteil. |
| Verschleiß | Stroh enthält Kieselsäure und Staub, das greift Matrize und Koller stärker an als reines Holz. Ersatzteile von Anfang an einplanen. |
| Kühlen und Verpackung | Frisch gepresste Pellets werden erst gekühlt und abgesiebt. Danach kommen sie in Säcke oder Big Bags, trocken gelagert halten sie lange. |
Beim Mahlen von Stroh entsteht viel Feinstaub. Staubmaske tragen und die Maschinen möglichst im Freien oder in gut belüfteten Räumen betreiben.
Strohpellets als Brennstoff
Stroh hat einen geringeren Heizwert als Holz und bildet deutlich mehr Asche. Die Asche schmilzt bereits bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen und verbackt zu Schlacke. Dazu kommen höhere Chlor- und Stickstoffanteile, die Emissionen und Korrosion im Kessel erhöhen.
Nach der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen ist Stroh ein eigener Brennstoff. Er darf nur in Anlagen verbrannt werden, die dafür ausdrücklich zugelassen sind. Ein Kaminofen oder ein normaler Pelletkessel für Holzpellets gehört nicht dazu. Die Anforderungen an Pellets aus Halmgut beschreibt die Norm DIN EN ISO 17225-6.
Wer mit eigenen Pellets heizen will, fährt mit Holz deutlich besser, siehe Pelletpresse für Holzpellets. Eine Alternative mit ähnlichen Eigenschaften wie Stroh ist Miscanthus.
Lohnt sich die eigene Strohpelletierung?
Stroh selbst ist auf dem eigenen Betrieb günstig. Teuer sind die Maschinen: Presse, Hammermühle und gegebenenfalls Häcksler zusammen kosten schnell mehrere tausend Euro. Dazu kommen Strom und Verschleiß. Wirtschaftlich wird das erst bei größeren Mengen, etwa wenn ein Stall ganzjährig mit eigener Einstreu versorgt wird. Für eine erste Einschätzung hilft der Amortisationsrechner.
- eigenes Stroh wird zu hochwertiger Einstreu
- viel weniger Lagerplatz als Ballen
- staubärmer im Stall als loses Stroh
- drei Maschinen nötig, hoher Startaufwand
- höherer Verschleiß als bei Holz
- als Brennstoff nur in zugelassenen Anlagen
Wie viel Stroh Sie für eine bestimmte Menge Pellets brauchen und wie viel Wasser vorher verdunsten muss, rechnet der Trocknungs-Rechner. Welche Presse zur Menge passt, zeigt der Pressen-Finder.
Häufige Fragen zur Pelletpresse für Stroh
Kann man Stroh ohne Hammermühle pelletieren?
Kaum. Gehäckseltes Stroh ist für die Matrize zu grob und zu sperrig. Ohne Mühle verstopft der Einzug, und die Pellets halten nicht.
Wie viel Leistung braucht eine Pelletmaschine für Stroh?
Für kleinere Mengen mindestens 7,5 kW. Das reicht für einige hundert Kilogramm pro Stunde, je nach Material. Wer regelmäßig größere Mengen verarbeitet, sollte eine Presse mit 15 kW oder mehr wählen.
Kann ich Strohpellets im Pelletofen verbrennen?
Nein, nicht in einem gewöhnlichen Pelletofen für Holzpellets. Stroh ist nur in Anlagen erlaubt, die dafür zugelassen sind.
Sind Strohpellets als Einstreu besser als Späne?
Strohpellets binden viel Flüssigkeit und lassen sich gut kompostieren. Welche Einstreu besser passt, hängt vom Stall und den Tieren ab. Viele Betriebe mischen beides.
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