Papierbrikettpresse: Altpapier zu Briketts pressen
Eine Papierbrikettpresse macht aus eingeweichtem Altpapier kompakte Briketts. Im Haushalt fällt schnell viel Altpapier an, und die Presse verwandelt es effizient in handliche Ziegel. Die manuellen Pressen aus Stahl kosten meist zwischen 20 und 50 Euro, sind robust und brauchen keinen Strom. Bevor man loslegt, lohnt aber ein Blick auf die Rechtslage: Als Brennstoff im Kaminofen sind Papierbriketts in Deutschland nicht zugelassen. Diese Seite zeigt, wie eine Papierbrikettpresse funktioniert, welche Modelle es gibt, wie man Papierbriketts richtig herstellt und wofür man sie nutzen darf.
- Papierbrikettpressen arbeiten manuell mit zwei Hebeln und kosten meist 20 bis 50 Euro.
- Das Altpapier wird eingeweicht, gepresst und wochenlang getrocknet.
- Im Kaminofen ist Papier nach der 1. BImSchV nur als Anzündhilfe erlaubt.
- Für Holzspäne ist eine manuelle Papierpresse nicht geeignet.
So funktioniert eine Papierbrikettpresse
Bei der Herstellung von Papierbriketts wird das Altpapier in der Papierbrikettpresse entwässert und verdichtet. Die Presse besteht aus einem Pressbehälter aus Stahl mit gelochten Wänden und einem Deckel, der über zwei lange Hebel nach unten gedrückt wird. Das eingeweichte Altpapier wird dabei gepresst, das Wasser läuft durch die Löcher ab. Übrig bleibt ein fester, feuchter Ziegel, der anschließend trocknen muss. Automatische oder hydraulische Modelle gibt es für den Haushalt kaum, die meisten Brikettmacher arbeiten manuell.

Papierbriketts selbst herstellen: Schritt für Schritt
- Altpapier sammelnZeitungen, Kartons und unbedrucktes Papier eignen sich. Hochglanz- und beschichtetes Papier aussortieren.
- Zerkleinern und einweichenDas Papier in Stücke reißen oder schreddern und in einem Eimer mit Wasser einweichen, am besten über Nacht.
- FüllenDen Papierbrei zu lockeren Kugeln formen und in die Presse geben.
- PressenDie Hebel kräftig nach unten drücken, bis kaum noch Wasser austritt.
- TrocknenDie Briketts luftig und geschützt lagern. Im Sommer dauert das einige Wochen, im Winter deutlich länger.
- LagernFür die Lagerung vollständig trockene Briketts trocken aufbewahren, sonst schimmeln sie. So wird Altpapier zu kompakten Briketts, die wenig Platz brauchen.
Etwas Sägemehl oder trockenes Laub im Papierbrei macht die Briketts fester. Wichtig ist, dass alles gut durchweicht und gleichmäßig vermischt ist.
Papierbrikettpressen im Vergleich: Relaxdays, DEMA und Co.
| Modell | Bauart | Brikettgröße | Gewicht |
|---|---|---|---|
| Relaxdays, grau | Stahl, 2 Hebel | Korpus ca. 12 x 26 x 8,5 cm | ca. 2,8 kg |
| Relaxdays, schwarz | Stahl, 2 Hebel | Korpus ca. 12 x 26 x 9 cm | k. A. |
| DEMA Solo | Stahlblech, 1 Fach | max. ca. 21,5 x 8 x 8,5 cm | ca. 2,2 kg |
| DEMA Quattro | Metall, 4 Fächer | max. ca. 22 x 8 x 6 cm | ca. 7,5 kg |
Die Angaben stammen von den Herstellern. Die aktuellen Preise stehen bei den einzelnen Produkten. Die Relaxdays Papierbrikettpresse ist eine der bekanntesten Papierpressen, daneben gibt es unter anderem Modelle von DEMA und die vidaXL Papierbrikettpresse aus Stahl, die derzeit nicht lieferbar ist.
Welche ist die beste Papierbrikettpresse?
Eine pauschal beste Papierbrikettpresse gibt es nicht. Worauf es ankommt:
Pressen aus Stahl oder Eisen sind robuster als dünnes Blech. Eine robuste Konstruktion verbiegt sich auch bei viel Hebelkraft nicht.
Einzelpressen reichen für gelegentliche Nutzung. Wer viel Altpapier verarbeitet, spart mit einer 4-fach-Presse Zeit.
Lange Hebel bringen mehr Druck. Ein stabiler Stand oder eine Befestigung verhindert Wegrutschen.
Auf die Maße achten (HBT). Große Briketts trocknen langsamer.
Sind Papierbriketts zum Heizen erlaubt?
Welche Brennstoffe in Kaminöfen und anderen kleinen und mittleren Feuerungsanlagen verbrannt werden dürfen, regelt bundesweit die 1. BImSchV. Papier und Pappe gehören nicht zu den zugelassenen Brennstoffen, sie dürfen nur zum Anzünden verwendet werden. Wer Papierbriketts als Brennstoff im Ofen nutzt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Auch der Hersteller DEMA warnt ausdrücklich davor, Papierbriketts im Holz- oder Beistellofen zu verbrennen.
Der Grund: Altpapier enthält Druckfarben, Füllstoffe und Leim. Bei der Verbrennung im Ofen entstehen mehr Asche, Ruß und Feinstaub als bei Holz, und der Schornstein verschmutzt schneller. Erlaubt sind dagegen Presslinge aus naturbelassenem Holz, siehe Brikettpresse und Pellets selber machen. Mehr zur Rechtslage steht im Ratgeber Heizen mit Papierbriketts.
Wofür man Papierbriketts nutzen kann, ohne sie als Brennstoff im Ofen zu verbrennen
- Anzündhilfe: Kleine Stücke eignen sich zum Anfeuern von Holz im Kaminofen.
- Volumen sparen: Gepresstes Altpapier nimmt weniger Platz ein.
- Basteln und Lernen: Das Pressen zeigt Kindern und Schulklassen anschaulich, wie Recycling von Altpapier funktioniert.
Für die Entsorgung von Altpapier ist die Papiertonne meist die sinnvollste Lösung, denn dort wird es zu neuem Papier verarbeitet. Wer selbst basteln möchte, findet eine Anleitung unter Papierbrikettpresse selber bauen.
Häufige Fragen zur Papierbrikettpresse
Sind Papierbriketts erlaubt?
Die Presse selbst ja. Als Brennstoff im Kaminofen sind Papierbriketts in Deutschland aber nicht zugelassen, Papier darf dort nur zum Anzünden verwendet werden.
Wie presst man Altpapier zu Briketts?
Papier zerkleinern, in Wasser einweichen, als Brei in die Presse füllen, mit den Hebeln das Wasser herausdrücken und die Briketts anschließend mehrere Wochen trocknen lassen.
Was kostet eine Papierbrikettpresse?
Einfache manuelle Pressen kosten rund 20 bis 30 Euro, Mehrfachpressen etwa 50 Euro. Hydraulische Brikettierpressen für Holzspäne sind Industriemaschinen und deutlich teurer.
Kann ich mit einer Papierbrikettpresse Holzspäne pressen?
Nur als Beimischung zum Papierbrei. Reine Holzspäne halten ohne sehr hohen Druck nicht zusammen, dafür braucht es eine Brikettierpresse oder eine Pelletpresse.
Wie lange müssen Papierbriketts trocknen?
Je nach Größe und Wetter mehrere Wochen. Sie sind erst fertig, wenn sie auch innen ganz trocken sind.
