Heizen mit Papierbriketts: Ist das erlaubt?
Papierbriketts klingen nach einer cleveren Idee: Altpapier gibt es kostenlos, eine Papierbrikettpresse kostet wenig, und am Ende steht ein Brikett für den Kaminofen. Die Frage, ob das Heizen mit Papierbriketts erlaubt ist, wird aber oft falsch beantwortet. Dieser Ratgeber erklärt die Rechtslage, die Gründe dafür und welche Alternativen es gibt.
- In Kaminöfen und anderen kleinen Feuerstätten ist Papier nur als Anzündhilfe erlaubt.
- Die Regeln stehen in der 1. BImSchV und gelten bundesweit.
- Papierbriketts als Brennstoff sind eine Ordnungswidrigkeit.
- Erlaubte Alternativen sind Holzbriketts und Holzpellets aus naturbelassenem Holz.
Sind Papierbriketts erlaubt?
Welche Brennstoffe in Kaminöfen, Kachelöfen und anderen kleinen und mittleren Feuerungsanlagen verbrannt werden dürfen, legt die Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen fest, kurz 1. BImSchV. Sie gilt in ganz Deutschland, es gibt also keine unterschiedlichen Regeln je Bundesland. Zugelassen sind unter anderem naturbelassenes Holz, Presslinge aus naturbelassenem Holz wie Holzbriketts und Holzpellets sowie Kohlebriketts in dafür geeigneten Öfen.
Papier und Pappe gehören nicht zu den zugelassenen Brennstoffen. Sie dürfen nur zum Anzünden verwendet werden. Wer Papierbriketts als Brennstoff verheizt, handelt ordnungswidrig. Der Schornsteinfeger kann bei der Feuerstättenschau auf unzulässige Brennstoffe hinweisen, und bei Beschwerden über Rauch oder Geruch kann die Behörde ein Bußgeld verhängen.
Eine Papierbrikettpresse zu besitzen und Briketts herzustellen ist erlaubt. Die Briketts als Brennstoff im Ofen zu verheizen ist es nicht. Auch der Hersteller DEMA warnt auf seinen Papierbrikettpressen ausdrücklich davor.
Warum Papier im Ofen problematisch ist
- Druckfarben und Zusätze: Altpapier enthält Farben, Füllstoffe, Leime und teils Beschichtungen. Bei der Verbrennung im Ofen entstehen dadurch zusätzliche Schadstoffe.
- Asche und Feinstaub: Papier verbrennt unruhig, bildet viel Asche und Flugasche und erhöht den Feinstaub.
- Schornstein und Ofen: Ruß und Ablagerungen verschmutzen Brennraum und Schornstein schneller.
- Nachbarschaft: Der Rauch riecht oft unangenehm und führt zu Beschwerden.
Was ist mit dem Feuer im Garten?
Auch im Freien ist das Verbrennen von Abfällen grundsätzlich nicht erlaubt, und Altpapier gilt als Abfall. Für Feuerschalen und Lagerfeuer gelten zusätzlich die Regeln der Länder und Gemeinden. Wer ein Feuer im Garten machen möchte, verwendet am besten trockenes, naturbelassenes Holz.
Wofür Papierbriketts trotzdem taugen
- Anzündhilfe: Kleine Stücke eines trockenen Papierbriketts helfen beim Anfeuern von Holz.
- Anschauliches Recycling: Das Pressen zeigt Kindern, wie aus Altpapier ein neuer Stoff entsteht.
Für das Altpapier selbst ist die Papiertonne in aller Regel die beste Lösung. Dort wird es zu neuem Papier verarbeitet, und die Fasern werden mehrfach genutzt.
Erlaubte Alternativen für den Kaminofen
Presslinge aus naturbelassenen Holzspänen sind zugelassen. Wie sie hergestellt werden, steht unter Brikettpresse.
Für Pelletöfen und -kessel. Mit einer Pelletpresse lassen sie sich aus eigenen Holzresten herstellen, siehe Pellets selber machen.
Gut getrocknetes, naturbelassenes Holz mit weniger als 25 Prozent Restfeuchte ist der klassische Brennstoff für den Kaminofen.
Häufige Fragen
Darf ich Papierbriketts im Kamin verbrennen?
Nein, nicht als Brennstoff. Papier ist in Kaminöfen nur zum Anzünden erlaubt.
Gilt das in allen Bundesländern?
Ja. Die 1. BImSchV ist eine Bundesverordnung und gilt überall in Deutschland. Für offene Feuer im Freien können Länder und Gemeinden zusätzliche Regeln haben.
Warum werden dann Papierbrikettpressen verkauft?
Die Pressen selbst sind erlaubt. Sie werden etwa zum Verdichten von Altpapier oder zum Herstellen von Anzündmaterial genutzt. Die Rechtslage betrifft nur das Verheizen.
Mehr zu den Geräten steht auf der Seite Papierbrikettpresse.

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