Brikettpresse: Brikettierpressen für Holzspäne und Papier im Überblick
Eine Brikettpresse verdichtet lose Späne, Stäube oder Papier zu festen Briketts. Das spart Platz, macht Reststoffe transportfähig und liefert bei Holz einen gut lagerfähigen Brennstoff. Hinter dem Begriff stecken aber zwei sehr unterschiedliche Geräteklassen: kleine, manuelle Pressen für Altpapier und hydraulische Brikettierpressen für Holzspäne aus Werkstatt und Industrie. Diese Seite ordnet beide ein und zeigt, welche Brikettpresse wofür taugt.
- Manuelle Brikettpressen für Altpapier kosten 20 bis 50 Euro und arbeiten mit Hebelkraft.
- Hydraulische Brikettierpressen für Holzspäne sind Maschinen für Schreinereien und Betriebe.
- Holzbriketts halten ohne Bindemittel nur mit sehr hohem Pressdruck zusammen.
- Im Kaminofen sind Holzbriketts erlaubt, Papierbriketts nur als Anzündhilfe.

Welche Arten von Brikettpressen gibt es?
Kompakte Pressen aus Stahl, die eingeweichtes Papier mit Hebelkraft entwässern und formen. Platzsparend und günstig, für Büros und Privathaushalte gedacht. Mehr dazu unter Papierbrikettpresse.
Ein Hydraulikkolben presst Holzspäne und Stäube mit hohem Druck zu runden oder eckigen Presslingen. Typisch für Schreinereien, oft direkt an die Absauganlage angeschlossen.
Industrielle Brikettiermaschinen mit Kurbeltrieb oder Förderschnecke für hohe Durchsatzleistung. Schneckenpressen erzeugen oft Briketts mit Loch in der Mitte.
Brikettierpresse für Holzspäne: So funktioniert sie
In Schreinereien und der Holzverarbeitung fallen täglich Späne und Stäube an. Eine hydraulische Brikettierpresse holt sie aus dem Spänebehälter oder Silo der Absauganlage. Ein Rührwerk lockert das Material, eine Förderschnecke schiebt es in die Presskammer. Dort verdichtet ein Kolben die Späne unter hohem Pressdruck. Durch Druck und Wärme bindet das holzeigene Lignin, ein Bindemittel ist nicht nötig. Heraus kommen feste Holzbriketts, die als Brennstoff genutzt oder verkauft werden können.
- Späne sammelnDie Absauganlage fördert Späne und Stäube in einen Behälter oder ein Silo.
- ZuführenRührwerk und Förderschnecke dosieren das Material gleichmäßig in die Presse.
- VerdichtenDer Hydraulikkolben presst die Späne in einer Form zu Briketts.
- Ausstoßen und lagernDie Presslinge werden ausgeschoben, kühlen ab und lassen sich platzsparend stapeln oder absacken.
Ohne Bindemittel braucht es sehr hohe Drücke, wie sie nur hydraulische oder mechanische Brikettierpressen erreichen. Von Hand oder mit einer einfachen Werkstattpresse gepresste Sägespäne zerfallen meist wieder. Wer Holzreste selbst verdichten will, ist mit einer Pelletpresse oft besser bedient.
Hersteller von Brikettierpressen
Hydraulische Brikettierpressen für Holz kommen überwiegend von spezialisierten Maschinenbauern. Bekannte Anbieter im deutschsprachigen Raum sind zum Beispiel WEIMA aus Ilsfeld und RUF aus Zaisertshofen, die Brikettierpressen für Holz, Metall und andere Produktionsabfälle bauen. Solche Maschinen werden direkt beim Hersteller oder über den Fachhandel für die Holzverarbeitung bezogen, nicht im Onlineshop. Für kleinere Werkstätten gibt es kompakte Modelle, die robust und wartungsarm ausgelegt sind. Einen Überblick über Pelletpressen-Hersteller gibt es unter Pelletpressen Hersteller.
| Merkmal | Brikettpresse | Pelletpresse |
|---|---|---|
| Form | Briketts, meist 50 bis 100 mm | Pellets, meist 6 bis 8 mm |
| Einsatz | Kaminofen, Kachelofen, Lagerung von Spänen | Pelletofen, Pelletkessel, Futter, Einstreu |
| Materialvorbereitung | Späne direkt aus der Absaugung | fein gemahlen und getrocknet |
| Automatische Beschickung | bei Brikettierpressen üblich | bei kleinen Pressen von Hand |
| Für Privatleute | vor allem manuelle Papierpressen | Modelle ab rund 1.000 Euro |
Manuelle Brikettpresse für Altpapier
Die einfachste Brikettpresse ist eine kleine Papierpresse für Briketts aus Stahl. Altpapier wird eingeweicht, in die Form gefüllt und mit zwei Hebeln zusammengedrückt, bis das Wasser austritt. Nach dem Trocknen entstehen kompakte Papierbriketts. Solche Pressen sind günstig, kompakt und für Haushalte, Büros oder Vereine gedacht, die Altpapier einmal anders nutzen wollen.
Nach der 1. BImSchV ist Papier in Kaminöfen und anderen kleinen Feuerstätten nur als Anzündhilfe erlaubt. Papierbriketts eignen sich deshalb nicht als regulärer Brennstoff. Erlaubt sind dagegen Presslinge aus naturbelassenem Holz, also Holzbriketts, sowie Braunkohlebriketts in dafür geeigneten Öfen.
Vorteile und Nachteile des Brikettierens
- Späne und Stäube verlieren bis zu einem Großteil ihres Volumens
- Reststoffe werden zu Brennstoff oder verkaufbarer Ware
- weniger Staub und Brandgefahr im Spänelager
- umweltfreundliches Recycling statt Entsorgung
- Brikettierpressen für Holz sind teure Industriemaschinen
- manuelle Pressen schaffen nur kleine Mengen
- Papierbriketts sind im Ofen nicht als Brennstoff erlaubt
- Briketts brauchen trockene Lagerung
Häufige Fragen zur Brikettpresse
Was ist eine Brikettpresse?
Eine Maschine, die lose Materialien wie Holzspäne, Stäube oder Papier zu festen Briketts verdichtet. Es gibt manuelle Pressen für Altpapier und hydraulische oder mechanische Brikettierpressen für die Industrie.
Wie kann ich Holzbriketts selbst pressen?
Mit einfachen Mitteln kaum. Holzspäne halten ohne Bindemittel nur bei sehr hohem Druck zusammen, den nur Brikettierpressen erreichen. Für kleine Mengen eigener Holzreste ist eine Pelletpresse oft die praktischere Wahl, siehe Pellets selber machen.
Wer sind die Hersteller von Brikettpressen?
Für Holz und Industrie zum Beispiel WEIMA und RUF. Manuelle Papierbrikettpressen gibt es unter anderem von DEMA und Relaxdays.
Welche Materialien eignen sich zum Brikettieren?
Trockene Holzspäne, Sägemehl und Holzstaub eignen sich am besten. Industrieanlagen verarbeiten auch Metallspäne oder Biomasse. Manuelle Pressen sind für eingeweichtes Papier und Pappe gedacht.
Wie oft muss eine Brikettpresse gewartet werden?
Manuelle Pressen brauchen kaum Pflege, nach dem Gebrauch reinigen und trocknen. Hydraulische Pressen benötigen regelmäßige Kontrollen von Hydrauliköl, Dichtungen und Presswerkzeug nach Herstellerangabe.
